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Quasi auf dem Totenbett hat der unter Auftrittsverbot leidende Alberto Franchetti die Partitur des DON BUONAPARTE (Libretto: Forzano) seinem Sohn Arnoldo mitgegeben, er möge sie vor den Nazis retten. Das tat er auch und kämpfte bei den Partisanen, ging dann nach Amerika, machte aber nie Anstalten, die Partitur zu veröffentlichen. Stattdessen kritzelte er darin herum, schrieb seltsame Kommentare und immer wieder die (übrigens deutschen) Worte: HIER BEGINNEN. MORGEN. Er, obwohl selbst Musiker, fühlte sich der Aufgabe wohl nicht gewachsen, wurde sonderlich und starb, nach einer durchwachsenen Professorenkarriere, Anfang der Neunziger in den Staaten.

Helmut Krausser hat nun die 733 Seiten der mit Bleistift geschriebenen Partitur in einem Jahr Arbeit in ein Notensetzprogramm eingegeben und Sensationelles kam dabei heraus: DON BUONAPARTE ist eine von Franchettis besten Opern. Es ist eine witzige, altersweise, bukolische Musik, immer mit einem Augenzwinkern geschrieben, das Libretto ist, anders als so oft, menschlich, es ist eine quirlige Dorfkomödie voll der großartigsten Melodien, die Franchetti je eingefallen sind. Musikalisch zu beschreiben ungefähr mit FALSTAFF meets CAVALLERIA RUSTICANA. Der achtzigjährige Franchetti geht hier, 1939, zum Melos des Fin de Siècle zurück, wobei er aber zu einem ganz neuen Stil findet, in keiner Weise vergleichbar etwa mit dem Vorgänger GLAUCO oder den anderen Opern. Es ist Franchettis Abschied vom Leben, sein Addio an die Toscana und trotz des zumeist zärtlichen Charakters der Musik fehlt es nicht an den typischen monumentalen Szenen.

DON BUONAPARTE wird die letztmögliche Welturaufführung einer sogenannten "Großen Oper" eines der vier bedeutendsten Komponisten der Giovane Scuola (also neben Puccini, Leoncavallo und Mascagni) sein. Zwei Opernhäuser haben bereits Interesse gezeigt. Es wird zweifellos die wichtigste Neuentdeckung des Jahres.

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Die Neuinstrumentierung von Highlights aus GLAUCO von Torsten Rasch und Helmut Krausser wurde inzwischen mit großem Erfolg in Kaiserslautern uraufgeführt. Links zu den sieben Auszügen
findet man auf Youtube, indem man nach Franchetti und Glauco sucht.


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Am 4. Dezember 2014 fand in Berlin ein Gesprächskonzert über Franchetti statt, weite Teile davon werden am 28. Januar bei Deutschlandradio Kultur ausgestrahlt.

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Am 4. Oktober 2015 werden in der Fruchthalle Kaiserslautern einige Auszüge aus dem nur im Klavierauszug vorhandenen GLAUCO von Alberto Franchetti zu hören sein, neu instrumentiert von Torsten Rasch und mir. Das Konzert wird im Radio deutschlandweit übertragen.
Ein Schirmherr wird gesucht, der die komplette Rekonstruktion der Oper finanziert. Die Kosten hierfür betragen ca. 50.000 Euro. Die Partitur wird fortan ihm gewidmet sein.
Weitere Schirmherrschaften sind für die Opern Monsieur Pourceaugnac und Notte di Leggenda zu vergeben.

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02.04.2013
Aufgrund einer beispiellosen Privatinitiative wird ab Mitte dieses Jahres eine Neuedition des ASRAEL vorliegen. Zusätzlich kann man die handgeschriebene Partitur als Digitalisat der Staatsbibiothek Berlin auch online einsehen.

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20.03.2012
Inzwischen liegt die Einspielung der Notte di Leggenda komplett vor. Auf Youtube sind Anfang und Ende der Oper zu hören, gespielt von Julian Becker.
Spendenstand: 3015 Euro. Bisher ausgegeben: 2050 Euro

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25.11.2011:
Kontakt zu diversen Intendanten wurde geknüpft. Ulrike Hessler (Dresden) stellte freundlicherweise in Aussicht, dass bei der nächsten oder übernächsten Gala eine Franchetti-Arie untergebracht wird.
Die Asrael-Partitur der Berliner Stabi wird bald digitalisiert, dann kann sie kopiert und ggf. in ein Notensatzprogramm eingegeben bzw. in Orchestermaterial verwandelt werden.
Der Pianist Julian Becker wurde beauftragt, den Gesamt-Klavierauszug der Notte di Leggenda einzuspielen, damit Bühnen für dieses Projekt - eine Re-Instrumentierung der Oper - interessiert werden können.
Kostenpunkt: 800 Euro. Bisher eingegangene Spenden: 1000 Euro.

Schreiben Sie uns:

freundefranchettis@web.de

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Arie des Don Geronimo aus DON BUONAPARTE